Löst digitaler Stress Schlafprobleme aus?

Der Umgang mit digitalem Stress ist für die meisten von uns eine große Herausforderung. Die Probleme, die durch digitalen Stress hervorgerufen werden, ziehen sich durch fast alle Bevölkerungsschichten. Tatsächlich ist der digitale Wandel in den letzten 15 bis 20 Jahren so rapide verlaufen, dass wir mehr oder weniger verändert worden sind. Wir haben uns ganz häufig nicht selbst und schon gar nicht bewusst für eine Verhaltensveränderung entschieden, sondern wurden in das veränderte Verhalten hineingedrängt.

War es 2007 noch unglaublich spannend, E-Mails auf einem Smartphone zu empfangen, wird genau das heute von vielen Menschen als ständige Erreichbarkeit und Einschränkung der eigenen Lebenszeit empfunden. Der unglaubliche Einfluss sozialer Medien führt zu einer gefühlten Omnipräsenz, die ebenfalls als Bedrohung in unser Leben schwappt. Dem gegenüber stehen die hohe Faszination und der Suchtfaktor, immer schneller die neuesten Entwicklungen und Informationen zu verfolgen. 

Digitaler Lifestyle

Digitaler Stress ist ein relativ neues Phänomen. Und trotzdem haben die meisten von uns bereits feste Rituale: das Handy neben dem Kopfkissen, schnell noch eine E-Mail lesen und so weiter; der Druck erhöht sich von Tag zu Tag. Der digitale Lifestyle zeichnet sich hauptsächlich durch diese Schlagwörter aus:

  • Wir sind 5-6 Stunden pro Tag online.
  • Das mediale Dauerfeuer verändert unsere Hirnstrukturen.
  • Wir erleben veränderte Wahrnehmungsgewohnheiten ohne bewusstes Training.
  • Konzentration, Erinnerungsvermögen, Lernfähigkeit und soziale Kompetenzen verändern sich.

Aus neurowissenschaftlicher Sicht kann digitaler Stress mit dieser Kernaussage zusammengefasst werden: Wir sind nicht mehr in der Lage, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

Menschen, die nur mit dem Handy beschäftigt sind

Unser Gehirn hat keine Chance

Warum? Weil unser Frontalcortex dauerhaft überlastet wird. Dieser Bereich unseres Gehirns empfängt sensorische Reize und steht in direktem Zusammenhang mit der Integration von Gedächtnisinhalten und emotionalen Bewertungen. Wir bewerten über unseren Frontalcortex die ankommenden Informationen. Und die Fülle an Informationen wird immer und immer dichter und natürlich auch schneller. Wir haben tatsächlich gar keine Chance, die gesamten Informationen auch nur im Ansatz zu verarbeiten.

Kernängste aus dem digitalen Stress

Die Kernängste, die aus dieser Informationsflut entstehen, wurden in der Studie „Gesund digital arbeiten“ hervorragend zusammenfasst. Hier der Überblick, welche Ängste am stärksten ausgeprägt sind:

  • Angst vor Leistungsüberwachung, da viele Arbeitsschritte digital erfasst werden
  • Angst, zu einer gläsernen Person zu werden
  • Angst vor der eigenen Unzuverlässigkeit, da die Arbeitsgeschwindigkeit immer weiter steigt
  • Stress durch ständige Unterbrechungen des Arbeitsflusses 
  • Angst vor der ständigen Informationsüberflutung
  • Angst vor Nichtverfügbarkeit
  • das Gefühl der Unsicherheit im Hinblick auf die Arbeitsabläufe
  • Unklarheit bezüglich der eigenen Rolle
  • stark steigende Komplexität im kompletten Umfeld
  • Gefühl der Omnipräsenz (das heißt, für jeden und alle erreichbar zu sein und auf alles reagieren zu müssen)
  • mangelnde Erfolgserlebnisse
  • und zuletzt natürlich noch die Jobunsicherheit
Erschöpfter Mann am Arbeitsplatz

Schlafprobleme als Folge von digitalem Stress

Für uns ist ein Thema mit höchster Priorität zu betrachten, nämlich die daraus resultierenden Schlafstörungen. Wer unter digitalem Stress leidet, kommt aufgrund der extrem hohen Informationsdichte und den daraus entstehenden Ängsten häufig nicht mehr aus dem Karussell seiner Gedanken. Mit dem KOSYS® Schlaftraining durchbrichst du diesen Teufelskreis. Und ich will schon etwas vorweggreifen: Änderungen im Tagesablauf sind die notwendige Folge. 

Definiere ein neues digitales Verhalten für dich. Verabschiede dich zeitweise aus sozialen Netzwerken, beantworten deine E-Mails erst nach zwei oder drei Tagen und achte einfach nur auf eines – auf dein Wohlergehen. Alles andere ist zweitrangig. Und das Beste dabei: Es wird vermutlich niemandem außer dir selbst auffallen. Vermutlich wirst du dich am Anfang nicht so richtig wohl damit fühlen, denn du hast dich ja die letzten Jahre an deine heute bestehenden Verhaltensmuster gewöhnt. Doch ich kann dir jetzt schon etwas versprechen: Sobald du digitalen Stress reduzierst, wird die Erleichterung für dich, für dein Leben und für deinen gesunden Schlaf immens sein.

Und noch ein Extratipp: Löse dich von dem „Informationszwang“. Verzichte auf unnötige Informationen, und du wirst schon bald feststellen, wie unnötig die Informationen wirklich sind.


Mehr über den Zusammenhang von digitalem Stress und Schlafstörungen erfährst du in einem YouTube Video von Josua Kohberg. Auf seinem Kanal gibt es regelmäßig spannende Inhalte rund um das Thema „Gesunder Schlaf“.


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